Rendezvous in der Fachmannfalle – Stefan Linberg|Jörg Paul Janka, Birkenstraße 100, 40233 Düsseldorf
16.3. bis 30.3.2013

Rendezvous in der Fachmannfalle

c_Janka_Wiederneueröffnung

Zwei von uns stellen aus. Nichts Besonderes. Geschieht beinahe täglich. Aber bei diesen Beiden ist mal vieles anders. Sie passen eigentlich gar nicht zusammen. Ihre Biografien sind so unterschiedlich, daß die gemeinsame Sache erstaunt. Janka hat klassische Künstlerlaufbahn hinter sich, Kunstakademie, digitaler Bildprofi, Nichtstun, Galerie und Museum. Linberg kommt von der Geisteswissenschaft, gelernter Philosoph, künstlerisch Autodidakt wie man offiziell so sagt, viele Reisen aber auch Nichtstun. Eine Schnittmenge für beide hat sich daraus ergeben, daß sie wohl zu nichts nutze sein wollten und nichts Anständiges gelernt haben. Erwartungshaltungen untergraben, Kunst als gesellschaftliche Antithese praktizieren und wahre Arbeit nebenher machen – das isses. Merkwürdigerweise haben die beiden sich bei der Arbeit kennengelernt, beim Nebenjob allerdings, den man je nach Perspektive auch schon mal als die eigentliche Arbeit ansieht, weil sie körperlich anstrengend ist und irgendwie wirtschaftlich lohnend ist. Wa(h)re Arbeit, wahrer Lohn, wie John Peel schon zu sagen pflegte.

Wie wir wissen, hat die Gleichung noch nie gestimmt und damit ist man schon mitten drin in der Fachmann-Falle, die eine echte Zwickmühle ist. Geld verdienen als Facharbeiter, der man aber gar nicht ist und es ausgeben für Sachen, die einem keiner abnehmen will, jedenfalls nicht in dem Maße, daß es zur echten Fachgerechtigkeit reicht. Deshalb also diese Ausstellung. Sie hat demnach nichts von den üblichen Kunstausstellungsunannehmlichkeiten wie Ausgrenzung, Alleinstellung, Ego-Shooting, sondern kann als echtes Gegenteil auch verdammt in die Hose gehen. Janka und Linberg sind bei der Vorbereitung dieses Projekts  gegenseitig Auftraggeber und Auftragnehmer gewesen. Jeder der Künstler hat zehn Arbeiten als Auftrag vorgegeben, auf die der Andere dann mit einer neuen Arbeit zu reagieren hatte. Den Spielregeln gemäß entstanden vierzig Arbeiten, von jedem Künstler zwanzig. In der Ausstellung kann nun erstmalig überprüft werden, ob das Konzept zu einem tragfähigen Ergebnis geführt hat. Ganz selfmademäßig haben sich Janka und Linberg den Raum dafür selbst besorgt und stehen für etwas gerade, das immer weniger zu werden droht: entwaffnende Offenheit und wahrer Humanismus.

c_Linberg_TheDeal

Von Martin Bochynek


Ralf Berger

Hier muß noch was getan werden. Wo der Künstler ist, liegen die Wunden offen. Auch hier sind die Räume lange nicht bewohnbar. Die komfortable Badewanne steht im Flur, verstellt ein wenig den Weg und wartet noch auf seine eigentliche Bestimmung. Doch wie lange wird das noch so gehen? Die Baustelle wirkt sehr aufgeräumt und “unstaubig”.


Andreas Gursky

Tagesschau  


neulich im K20


Der letzte Rattenfänger

Nimmt man dem Teufel ab, daß er an Gott glaubt? Kann ein international berüchtigter Vorreiter für die Damenunterwäschemode und bekannter Verfechter der Fellatio überzeugend sein, wenn er sagt: „Ich bin wie jeder andere Mensch. Ich brauche Liebe und Wasser…“? Warum passt es, vor 20.000 Menschen aufzutreten und an anderer Stelle seine Nichtteilnahme am Live-Aids-Spektakel mit


101 Tage Kunst

Zuviel Documenta? 150 Künstler, 12 Architekten, 20 Designer, das ist die achte Documenta in Zahlen. Diesmal glaubte man, ohne Konzept auszukommen. Wir sehen einen Supermarkt, der sich im Durcheinander der Renovierung befindet. Konkurrenz hat er bekommen durch den Feinkostladen in Münster („Skulptur Projekte“) und sogar Hamburgs mondsüchtige Spielzeugbude („Luna Luna“) möchte mit moderner Kunst schritthalten.


Julian Schnabel

Schlecht, aber gut Wenn der Name Julian Schnabel fällt, hat jeder Kunstinteressierte eine abfällige Bemerkung parat, verzieht das Gesicht oder mach eilig drei Kreuzzeichen. Keiner mag ihn, aber trotzdem ist der New Yorker Maler der Star der jüngeren Generation. Seine Bilder sind bei Preisen bis zu 100.000 Dollar oberste Kategorie und die Formate bei mittlerweile